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Fabian Häfliger im Interview

"Es handelt sich immer auch um ein Change Projekt."
Fabian Häfliger, wo steht die Firma Connect Com in Bezug auf Digitalisierungsthemen?
In der Vergangenheit wurden viele Ressourcen investiert, sodass wir heute bereits davon profitieren können.
Das bedeutet konkret: Einige Prozesse laufen gegenwärtig schon komplett oder teilweise automatisiert.
Dennoch – das Potenzial ist noch riesig.

Wir haben eine Landkarte erstellt über die Digitalisierungsprojekte, welche wir in den nächsten 3 Jahren umsetzen wollen.
Einige der skizzierten Vorhaben sind extrem umfassend und vom Projektstart bis zur Implementierung mit enormem Aufwand verbunden.
Hier gilt es immer auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu betrachten.

Welche Ziele verfolgen diese Projekte auf der Digitalisierungs-Landkarte?
Alle Projekte zielen auf die folgenden zwei Hauptziele ab:
• Die Steigerung des Kundennutzens
• Die Effizienzsteigerung in den Geschäftsprozessen

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Optimierungen im Umweltmanagement, welche wir mittels Umsetzung dieser Projekte erreichen.
Die Digitalisierung und ein sorgfältiger Umgang mit natürlichen Ressourcen sind integriert zu betrachten.

Welche konkreten Verbesserungen konnten bereits erzielt werden?
Ich schildere ein Beispiel: während 10 Jahren erstellten wir manuell 500 Datenblätter. Nach eineinhalb Jahren strukturiertem Aufbau und Pflege der PIM-Datenbank sind wir nun soweit, dass wir 120'000 Datenblätter automatisiert erstellen lassen und diese jederzeit aktuell im Online-Shop auf dem richtigen Artikel abrufbar sind.
Darüber hinaus sind alle Bilder, Visio Shapes und Installationsanleitung ebenfalls über dieses System gesteuert.

Dieses Beispiel zahlt in hohem Masse auf das Ziel der Effizienzsteigerung in den Geschäftsprozessen ein.
Auch der gesteigerte Kundennutzen ist ein relevantes Argument für dieses Projekt. Denn: Unsere Kunden können sicher sein, auf unseren Datenblättern stets vollständige, korrekte und aktuelle Informationen zu finden. Bei Änderungen sind wir sehr schnell in der Umsetzung.

Du bist heute als Leiter Produktentwicklung bei Connect Com angestellt. Wie kam es dazu, dass du zu einer treibenden Kraft in der IT-Entwicklung wurdest?
Ab 2010 durfte ich während sieben Jahren die IT-Leitung übernehmen. Seit 2015 bin ich verantwortlich für das Innovationsmanagement, was sehr stark in die digitale Welt greift. Immer mehr hatte ich in der Firma den "digitalen Hut" auf.

Im Jahr 2019 machte ich einen Antrag an unseren CEO Roman Wigger, die einzelnen Projekte zu strukturieren und in einer gesamtheitlichen Digitalisierungs-Roadmap zusammenzufassen. Aktuell laufen deshalb einige Projekte im Bereich von Prozessautomatisierungen, Softwareimplementierungen und Systemvereinheitlichungen.

„Tools sind nur so gut wie dessen Anwender“ – sagt der Volksmund.
Wie würdest du Connect Com intern den Mindset beschreiben in Bezug auf IT-Neuheiten?

Grundsätzlich waren IT-Themen und Neuentwicklungen schon immer breit vertreten in der Connect Com-Philosophie.

Je nach Projekt schreiten wir mit einem gesunden Pragmatismus voran:
wir evaluieren, stellen einen Prototyp bereit, testen und legen dann die Rahmenbedingungen fest.
Dank der Offenheit der einzelnen Mitarbeitenden konnten wir auf diese Weise viele wegweisende Fortschritte erzielen.

Es gibt aber auch die Projekte, welche im klassischen Stil ablaufen:
1. Anforderungen definieren
2. System evaluieren
3. Konzeption und Planung
4. Umsetzung

Immer wichtig dabei zu bedenken ist: Es handelt sich immer auch um ein Change Projekt. Eingeprägte Abläufe werden aufgebrochen und müssen von den Anwendern neu erlernt werden. Folglich verlangen Neueinführungen auch grosses Feingefühl auf kommunikativer und zwischenmenschlicher Ebene.

Welches IT-Projekt steht momentan im Fokus bei Connect Com?
Die Lagerverwaltungssoftware.
Mit dem Umzug an den neuen Firmenstandort in Rothenburg per Ende 2020 ergeben sich in der Logistik neue Anforderungen an die Software.
Dies liegt einerseits an der starken Ausweitung der hauseigenen Lagerfläche, andererseits setzen wir am neuen Standort auf Hochregallager.

Die Umstellung auf die neue Software bringt einschneidende Auswirkungen für die künftige Arbeit in der Logistik mit sich.
Für unser Logistikteam bedeutet dies: neue Scanner, neue Tablets, neue Lagerfahrzeuge,…

In der Vorbereitung müssen alle Prozesse bis ins kleinste Detail geplant sein. Die Programmierung aller einzelnen Arbeitsschritte im System erfolgt über externe Partner.
Nach dem Testing in Hünenberg werden wir dann noch letzte Korrekturen vornehmen, bevor die Implementierung am neuen Standort ab November 2020 läuft.

Wie geht es für dich persönlich in Zukunft weiter?
Ich werde meine Zeit künftig in ein neues, eigenes Vorhaben investieren. Ziel ist der Aufbau einer eigenen Firma im Bereich IT-Infrastruktur und digitale Welten.
Denn: die System- und Datenvielfalt macht das Arbeitsumfeld extrem komplex. Da sehe ich mich als Sparringpartner und begleite kleinere bis mittlere Firmen auf Ihrem Weg in die Zukunft.

Besten Dank für dein riesiges Engagement für die Firma und alles Gute auf deinem weiteren Weg, Fabian.